News · Chronik · B2B

Chronik der Wärmewende 2022–2026.

Kurzantwort

Seit 2022 hat sich der Heizungsmarkt viermal gedreht: Gaskrise, „Heizungshammer“, Einbruch der Wärmepumpe und Erholung, dann GModG und das Ende der klassischen Einspeisevergütung. Für Fachbetriebe heißt das heute: Kein Gesetz zwingt mehr zur Wärmepumpe, Förderung schrumpft, Eigenverbrauch wird zum Hauptargument.

26 Stationen in fünf Jahren

  1. Gas: Frühwarn- und Alarmstufe

    Nach dem Angriff auf die Ukraine ruft die Bundesregierung die Frühwarnstufe, im Juni die Alarmstufe des Notfallplans Gas aus. Ende August 2022 fließt kein Gas mehr durch Nord Stream 1.

    → Gas als selbstverständliche Standardheizung ist vorbei.
  2. „Osterpaket“: EEG 2023

    EEG-Umlage auf null, höhere Einspeisesätze: 8,2 ct/kWh bei Teil- und 13,0 ct/kWh bei Volleinspeisung (bis 10 kWp). Ziel: 215 GW PV bis 2030.

    → Startschuss für den PV-Boom 2023/24.
  3. Gasumlage gekippt, 200-Mrd.-€-Abwehrschirm

    Die geplante Gasumlage wird kurz vor dem Start gestrichen; die Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme sinkt befristet auf 7 %.

    → Heizkosten werden zum politischen Dauerthema.
  4. Energiepreisbremsen

    Strom-, Gas- und Wärmepreisbremse deckeln 80 % des Vorjahresverbrauchs: 40 ct/kWh Strom, 12 ct/kWh Gas, 9,5 ct/kWh Fernwärme. Ende 2023 laufen sie aus.

    → Kunden bleiben offen für Eigenstrom.
  5. Der „Heizungshammer“

    Ein Entwurf zur GEG-Novelle wird öffentlich: Jede neue Heizung soll ab 2024 zu 65 % mit erneuerbaren Energien laufen. Es folgen Monate Streit und massive Verunsicherung.

    → Das Thema prägt Kundengespräche bis heute.
  6. Panikkäufe und Wärmepumpen-Rekord

    Aus Angst vor Verboten kaufen viele Eigentümer noch schnell Öl- und Gaskessel; gleichzeitig erreichen Wärmepumpen mit rund 356.000 Geräten einen Rekord (BWP).

    → Die vorgezogene Nachfrage fehlt danach – Grund für den Einbruch 2024.
  7. Bundesverfassungsgericht stoppt die Abstimmung

    Per Eilentscheidung untersagt das BVerfG die Abstimmung über das Heizungsgesetz vor der Sommerpause. Beschlossen wird es am 08.09.2023.

    → Symbol für das Chaos um das Gesetz.
  8. Neustart Smart-Meter-Rollout

    Das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende regelt den Rollout; ab 2025 Pflicht u. a. für PV-Anlagen über 7 kW und steuerbare Geräte.

    → Voraussetzung für dynamische Tarife und § 14a.
  9. § 14a EnWG gilt

    Netzbetreiber dürfen neue Wärmepumpen, Wallboxen und Speicher ab 4,2 kW nicht mehr ablehnen, aber bei Engpässen zeitweise drosseln. Dafür gibt es reduzierte Netzentgelte.

    → Pflichtwissen für Elektro- und SHK-Betriebe.
  10. GEG-Novelle und Wärmeplanungsgesetz

    Die 65-%-Regel gilt sofort nur im Neubaugebiet; im Bestand ist sie an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt (große Städte bis 30.06.2026, übrige bis 30.06.2028).

    → Viele Kunden warten ab.
  11. Neue Heizungsförderung (KfW 458)

    Die Förderung wechselt zur KfW: 30 % Grundförderung plus Boni, maximal 70 % von 30.000 € förderfähigen Kosten.

    → Die Fördersumme wird zum zentralen Verkaufsargument.
  12. Solarpaket I

    Erleichterungen für Balkonkraftwerke (800 W Wechselrichter, 2.000 Wp Module), Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung.

    → Steckersolar wird Massenmarkt.
  13. CO₂-Preis steigt

    Der nationale CO₂-Preis auf Heizöl und Erdgas steigt von 30 €/t (2023) auf 45 € (2024), 55 € (2025) und einen Korridor von 55–65 €/t (2026).

    → Fossile Heizkosten steigen planbar.
  14. PV-Zubaurekord 2024

    Die Bundesnetzagentur meldet 16,2 GW Zubau 2024 und 99,3 GW Gesamtleistung; zwei Drittel des Zubaus auf Gebäuden.

    → Höhepunkt des Privatkunden-Booms.
  15. Dynamische Stromtarife für alle

    Alle Stromlieferanten müssen einen dynamischen Tarif anbieten.

    → Heizen nach Börsenpreis wird möglich.
  16. Wärmepumpen-Absatz bricht um 46 % ein

    Der BWP meldet rund 193.000 verkaufte Wärmepumpen 2024 (2023: rund 356.000). Gründe: Verunsicherung durch GEG, Wärmeplanung, Förderung.

    → Kurzarbeit bei Herstellern, Preisdruck im Handwerk.
  17. Solarspitzengesetz in Kraft

    Keine Vergütung bei negativen Preisen; ohne Smart Meter nur 60 % Einspeisung für Neuanlagen.

    → Eigenverbrauch und Speicher werden Pflichtthema.
  18. Regierungswechsel: „Heizungsgesetz abschaffen“

    Union und SPD kündigen im Koalitionsvertrag an, das Heizungsgesetz abzuschaffen und durch ein technologieoffenes Gesetz zu ersetzen.

    → Erneut warten viele Kunden ab.
  19. Negative Strompreise auf Rekordkurs

    Schon im August 2025 gibt es mehr Stunden mit negativen Preisen als im ganzen Jahr 2024 (457 Stunden).

    → Billiger Mittagsstrom wird zur Chance für Speicher.
  20. EU verschiebt ETS2 auf 2028

    Mit dem EU-Klimaziel 2040 wird der Emissionshandel für Gebäude und Verkehr um ein Jahr auf 2028 verschoben.

    → Der CO₂-Preissprung kommt später – aber er kommt.
  21. Netzentgelte sinken

    Der Bund bezuschusst die Übertragungsnetzentgelte mit rund 6,5 Mrd. € pro Jahr; die Gasspeicherumlage entfällt.

    → Strom wird gegenüber Gas relativ günstiger.
  22. Wärmepumpe 2025 meistverkaufte Heizung

    Der BWP meldet rund 299.000 Wärmepumpen 2025 (+55 %); die KfW erteilt über 288.000 Förderzusagen.

    → Die Trendwende ist belegt.
  23. Iran-Krieg: zweite fossile Preiskrise

    Einschränkungen in der Straße von Hormus und Ausfälle bei LNG treiben Gas- und Ölpreise stark nach oben; Haushalte mit Ölheizung trifft es besonders.

    → Die Nachfrage nach Alternativen zieht wieder an.
  24. GModG ersetzt das Heizungsgesetz

    Der Bundestag beschließt das Gebäudemodernisierungsgesetz (322 Ja, 272 Nein); seit 29.07.2026 in Kraft. Die 65-%-Pflicht entfällt, für neue fossile Heizungen kommt eine Bio-Treppe ab 2029.

    → Kein Gesetz zwingt mehr zur Wärmepumpe – verkauft wird über Kosten.
  25. Heizungsförderung gekürzt

    Förderfähige Kosten sinken auf 28.000 € für die erste Wohneinheit, der Klimageschwindigkeitsbonus auf 16 %, der Effizienzbonus fällt weg.

    → Förderung schrumpft – teure Lösungen werden für Kunden teurer.
  26. Kabinett: Ende der klassischen Einspeisevergütung

    Laut Kabinettsentwurf erhalten Neuanlagen ab 2027 eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für 36 Monate; Anlagen, die bis Ende 2026 in Betrieb gehen, behalten die bisherige Vergütung. Bundestag und Bundesrat haben noch nicht entschieden.

    → Eigenverbrauch wird zum Hauptargument – und der 31.12.2026 zum Stichtag.

Quellen: Bundesregierung · Bundesnetzagentur: Zubau 2024 · Solarserver: Wärmepumpen 2024 −46 % · Solarserver: Wärmepumpen 2025 +55 % · pv magazine: GModG beschlossen · pv magazine: EEG-Entwurf · Deutsche Handwerks Zeitung: EEG-Kabinettsbeschluss · Bundesregierung: niedrigere Netzentgelte · electrive: EU-Klimaziel 2040 · ZDFheute: Iran-Krieg und Energiepreise · ZfK: negative Preisstunden. Stand: 08.10.2026.

Was Fachbetriebe daraus mitnehmen

Jetzt Fachpartner werden →

Stand: 08.10.2026 · Heizungskonzepte Deutschland · Herstellerangaben sind als solche gekennzeichnet.

Partner-Check · 60 Sekunden

Passt Ihr Betrieb? Jetzt prüfen.

Drei kurze Fragen – wir melden uns innerhalb eines Werktags mit einem Termin für das 15-Minuten-Partnergespräch. Nur für Fachbetriebe.

  • Unverbindlich und kostenlos
  • Inklusive Angebots-Upgrade für Ihr PV-Angebot
  • Gerät und Hersteller zeigen wir Ihnen im Gespräch
  • Wir prüfen, ob in Ihrem Landkreis noch ein Platz frei ist.
  • Partneraufnahme nur bis 8. November 2026
1 / 3 · Ihr Gewerk
Wie viele PV-Anlagen bauen Sie pro Jahr?
2 / 3 · Ihr Betrieb
3 / 3 · Ihr Kontakt

Häufige Fragen

Was hat sich beim Heizungsgesetz 2026 geändert?

Seit 29.07.2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die 65-%-Pflicht für neue Heizungen entfällt; für neue Öl- und Gasheizungen gilt ab 2029 ein steigender Bio-Anteil.

Warum ist der Wärmepumpen-Absatz 2024 eingebrochen?

Nach Rekord und Vorzieheffekten 2023 sorgten Streit um das Heizungsgesetz, die Kopplung an die Wärmeplanung und unklare Förderung für Zurückhaltung: rund 193.000 Geräte, −46 % (BWP).

Was passiert mit der Einspeisevergütung ab 2027?

Laut Kabinettsentwurf vom 29.07.2026 erhalten Neuanlagen ab 2027 eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für 36 Monate. Anlagen mit Inbetriebnahme bis Ende 2026 behalten die bisherige Vergütung. Beschlossen ist das noch nicht.

Partneraufnahme bis 8. November 2026

Seien Sie der Erste in Ihrer Region.

15 Minuten Partnergespräch – Gerät und Hersteller stellen wir Ihnen persönlich vor.

Rückruf · heute noch

Wir rufen Sie an.

15 Minuten, unverbindlich. Wir erklären Ihnen Gerät, Montage und Marge – Sie entscheiden danach.

Partnerpräsentation · PDF

Die Präsentation per Mail.

13 Folien: Technik, Montage an einem Tag, Ihre Marge, Ablauf. Sofort in Ihrem Postfach.

Partner-Check · 60 Sek.