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Wissen · Altbau · B2B

Photovoltaik-Heizung im Altbau.

Kurzantwort

Im Altbau muss die Heizung nicht komplett getauscht werden, um PV-Strom zu nutzen. Eine Heizzentrale mit Wärmespeicher kann hybrid neben der bestehenden Öl- oder Gasheizung laufen: Sie deckt, was Sonne und günstige Stromstunden hergeben, der alte Kessel springt nur noch bei Spitzenlast an.

PV-Überschuss Stromspeicher Netz · günstige Stunden Impulstherme Thermofluid-Speicher Heizkörper Fußbodenheizung Warmwasser bestehender Kessel optional: Hybrid mit Öl/Gas Strom Vorlauf (warm) Rücklauf
Vereinfachtes Schema. Die Impulstherme lädt ihren Wärmespeicher mit PV-Überschuss, aus dem Stromspeicher oder in günstigen Stromstunden und gibt die Wärme über die vorhandenen Heizkreise ab – allein oder zusammen mit dem bestehenden Kessel.

Der Markt: drei Viertel heizen mit Gas oder Öl

Laut Zensus 2022 werden in Deutschland 55,9 % der Wohnungen überwiegend mit Gas und 18,8 % mit Heizöl beheizt – zusammen rund 32 Millionen Wohnungen. Viele davon sind Altbauten, in denen eine Wärmepumpe nur mit hohem Aufwand passt: hohe Vorlauftemperaturen, kein Platz für die Außeneinheit, Denkmalschutz oder Nachbarn direkt an der Grundstücksgrenze.

Drei Wege für Altbau-Kunden mit PV-Anlage

WegAufwandWas bleibtTypischer Fall
Heizstab im WarmwasserspeichergeringKessel heizt weiter alleinKunde will nur Warmwasser aus PV
Hybrid: Heizzentrale mit Wärmespeicher + bestehender Kessel1 Tag Montage (Herstellerangabe)Kessel nur noch für SpitzenlastKessel läuft noch, Kunde will Kosten senken
Kompletttausch auf Wärmepumpemehrere Tage, oft Zusatzgewerkenichtsgut gedämmtes Haus, Platz für Außeneinheit

Quelle: Zensus 2022, Tabelle 4000W-1012 (Statistische Ämter des Bundes und der Länder). Wärmepumpen-Montage: Fraunhofer ISE, rund 110 Monteurstunden im Bestand.

Was das GModG dazu sagt

Seit 29.07.2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Bestehende Öl- und Gasheizungen dürfen weiter betrieben werden; für neu eingebaute fossile Heizungen steigt der vorgeschriebene Bio-Anteil ab 2029 stufenweise. Für Stromdirektheizungen gilt § 46: In Gebäuden mit höchstens zwei Wohnungen, von denen eine der Eigentümer selbst bewohnt, gibt es keine zusätzliche Dämmanforderung; in anderen Gebäuden muss der Wärmeschutz die Anforderungen um mindestens 30 % unterschreiten. Wie eine Anlage im Einzelfall einzuordnen ist, prüfen Sie bitte projektbezogen.

Quellen: Verbraucherzentrale: Was steht im Gebäudemodernisierungsgesetz · GModG § 46 (Gesetzestext) · Fraunhofer ISE: Lagebericht Wärmepumpeneinbau durch das SHK-Handwerk (12.05.2025). Stand: 08.10.2026.

Ehrlich gerechnet: Die Impulstherme wandelt Strom 1:1 in Wärme. Eine Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom 2–4 kWh Wärme. Pro kWh Wärme braucht die Impulstherme also mehr Strom. Bei hohem Wärmebedarf und normalem Strompreis sind die laufenden Kosten deshalb höher als bei Wärmepumpe oder Gas. Ihr Vorteil liegt woanders: deutlich geringere Anschaffung als eine Wärmepumpe, keine Außeneinheit, Montage an einem Tag (Herstellerangabe) und ein Speicher, der gezielt dann lädt, wenn Strom billig oder vom eigenen Dach kommt.

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Häufige Fragen

Kann ich im Altbau mit PV heizen, ohne Wärmepumpe?

Ja, teilweise: Eine Heizzentrale mit Wärmespeicher nutzt PV-Überschuss und günstige Stromstunden. Im Altbau läuft sie meist hybrid mit der bestehenden Öl- oder Gasheizung, die die Spitzenlast übernimmt.

Muss die alte Gasheizung raus?

Nein. Bestehende Gas- und Ölheizungen dürfen nach dem GModG weiter betrieben werden. Im Hybridbetrieb laufen sie nur noch, wenn PV und günstiger Strom nicht reichen.

Gilt im Einfamilienhaus eine Dämmpflicht für Elektroheizungen?

Nach § 46 GModG nicht, wenn das Gebäude höchstens zwei Wohnungen hat und der Eigentümer eine davon selbst bewohnt.

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